Samstag, 10. Juni 2017

Interview mit Isabell Schmitt-Egner

Hallo Isabell, schön, dass du Zeit für meine Fragen gefunden hast.

⁉️Vielleicht magst du uns ein bisschen über dich erzählen?

🦉Nur ein bisschen? Ja, obwohl, ein bisschen genügt. Also ich bin ein sehr sarkastischer Typ, das wird oft nicht verstanden, weil ich dann gern mal die Smileys weglasse. Ich bin sehr geduldig mit anderen Erdenwesen aller Art. Hab ich auf Kindergeburtstagen gelernt. 
Ich liebe Katzen – kleine Schnurrer, ich liebe die Dinger, bei Kätzchen setzt mein Hirn aus und ich gebe seltsame Quietschlaute von mir. Ansonsten bin ich ganz viel auf Facebook, um dort das Wort zu verbreiten, und im echten Leben wohne ich auf einem Pferdehof.


⁉️Beschreibe dich und deinen Schreibstil doch mal in 3 Wörtern!


🦉Kopfkino – indirekt – verknappt



⁉️Wie bist du zum Schreiben gekommen und wann hast du angefangen zu schreiben?


🦉Ich habe erst ganz spät angefangen: 2011. Damals war ich in einem Meerjungfrauenforum, in dem war auch Britta Strauss, die vielleicht der eine oder andere kennt. Mein Online-Freund Meerjungfraumann hatte Geburtstag und ich habe den vergessen. Also ich wusste gar nichts von diesem Geburtstag. Er war stinksauer und da habe ich ihm eine Geschichte geschrieben über einen Meerjungfraumann. 
Kaum hatte ich die gepostet, hatte ich ein Manuskript im Postkasten von jemand anderem, der einen Rat wollte zu seinem Text. Ich dachte so: Wieso fragt der mich?? Ich kann das doch gar nicht. Hab nie was geschrieben. Aber gut, das Volk wollte mehr. Ich schrieb eine weitere Geschichte für eine Jugendliche, die das nicht die Bohne interessierte. 
Trotzdem schrieb ich dazu einen Band 2. Das zeigte ich meiner Schwester, die Deutschlehrerin war. Sie meinte: „Also ich könnte das nicht. Geh zu einem Verlag.“
Und jemand anderer meinte: „Wäre das ein Buch, ich würde es kaufen.“ Ok, das war ein Wort. Ich informierte mich über Vorteile und Nachteile von Verlagen und entschied mich dagegen. Also selbst rausbringen. 
Die ersten Nächte hab ich dann heulend und fluchend über meinem Cover gehangen. Aber mein Motto war „Eines Tages ich Profi sein!!“
Und das hab ich durchgezogen. Es kam alles wie von selbst, immer mehr Bücher, Angebote von Verlagen (abgelehnt! Bis auf eine Ausnahme), Leute wollten meinen Rat hören, ich bekam sogar, ohne mich je beworben zu haben, Jobangebote bei Verlagen. 
Heute habe ich eine Facebookgruppe mit anderen Verlagsautoren und coache Autoren auf ihrem Weg zur ersten Veröffentlichung bei den Verlagen Bastei Lübbe, Carlsen, Knaur und Ullstein. Ich arbeite für verschiedene Verlage als Lektorin, mache Buchcover für andere und schreibe selbst natürlich auch weiter. Für etwa 6 Jahre kein schlechter Schnitt. 

⁉️Woher nimmst du die Ideen für deine Bücher?

🦉Ich nehme die nicht, die kommen einfach an. Meistens über die Frage: Was wäre wenn?
Was wäre, wenn ein König den Stall ausmisten müsste? Wie ist er da hingekommen und wer sitzt jetzt auf seinem Thron und warum? Hab ich mal beim Misten gedacht. Wenige Stunden später hatte ich den Königsfreundeplot. Ich beobachte Menschen und Situationen. 


Brauchst du irgendetwas Bestimmtes beim Schreiben wie Kaffee, Schokolade oder Musik zum Bespiel?

🦉Da bin ich flexibel, aber Kaffee schadet nie. Habe verschiedene Kaffeetassen, die größte ist für 0,6 Liter. Ich kann überall schreiben, wenn man mich in Ruhe lässt. Ich schreibe in Cafés, zu Hause, in Ferienwohnungen und in der Deutschen Bahn.

⁉️Plottest du deine Bücher oder schreibst du so drauf los?

🦉Auch wenn man das als junger, wilder Schreiber nicht gern hört: Plotten sollte man schon. Nur in seltenen Fällen werden Drauflosschreibebücher so gut wie geplottete. Im Grunde plottet der Drauflosschreiber auch, aber erst später, das nennt er dann überarbeiten, streichen oder umschreiben, was nicht nötig wäre in dem Maß, hätte er geplottet.
Kommt er dann an einen Punkt, an dem der Plot nicht funktioniert, nennt er das Schreibblockade. Ich hatte noch keinen Fall, bei dem ich das störende Element nicht gefunden hätte. Und dann ist die angebliche Blockade auch weg. Kommt fast in 100% der Fälle von einer Plotlücke und passiert beim Drauflosschreiben häufiger. Wenn ein Autor dann behauptet, bei ihm wäre es keine Plotlücke, das läge an was anderem, konnte ich ihm bisher immer schnell das Gegenteil beweisen, wir haben das Problem gelöst und er kann weiterschreiben.

Ich selbst schreibe auf Endversion, das heißt, ich überlege mir das vorher, und was ich hinschreibe, das bleibt auch. Später muss nur minimal was überarbeitet werden. Es kommt zum Beispiel nie vor, dass ich einen Abschnitt streichen muss. Das spart Zeit.

⁉️Welche Bücher sind bisher von dir erschienen? Du darfst Werbung machen ??


🦉Also das will – nein, das muss ich euch ersparen. Erstens weiß ich gar nicht, wie viele es sind inzwischen, schätze um die 16 plus Zusatzgeschichten. Ich schreibe, was ich will, von Thriller über Mystery, Satire, Jugendroman, Fantas


⁉️An was arbeitest du grade? Wird es bald neue Geschichten von dir geben?


🦉Selbstverständlich gibt es neue Geschichten. Ich bringe gerade unter dem Motto „Neue Märchen“ mein erstes *hust* neues Märchen raus. Gaby Wohlrab und ich – auch bekannt als Wohlraptor und Isaurus – wir fanden, es gibt unfassbar viele Märchenadaptionen und Versionen von Märchen. Da dachten wir, dass wir mal neue Märchen machen, keine Adaptionen! – natürlich romantechnisch aufbereitet. Abwechselnd schreiben wir jetzt märchenhafte Romane mit gewisser Königs- du Prinzessinnenquote. Gaby hat mit „Sturmprinz“ vorgelegt und ich ziehe nach mit (hier Geheimtitel einfügen). Ich hoffe, den Roman bald fertig zu haben. Meine Prinzessin will nämlich nicht heiraten und traut sich zu, alle Männer zu vergraulen und ihren Vater zur Weißglut zu reizen … bisher schlägt sie sich ausgezeichnet.

⁉️Möchtest du deinen/meinen Lesern noch was sagen?

🦉Jaaaaa … ich liebe Leser!! Ich kenne euch nicht alle, klar, aber wenn ich sehe, wie ihr die Buchmessen stürmt, dann denke ich: Juhuuu, die Buchbranche ist alles andere als tot!
Nur durch euch geht es weiter, nur mit Lesern funktioniert das Ganze.

Eine Sache sage ich mal, die nicht so schön ist, aber man muss sie leider trotzdem sagen: Bitte meidet Portale, in denen ihr gratis oder gegen 10 Cent Ebooks bekommt. Diese Bücher sind geklaut und kopiert und die Foreninhaber bereichern sich daran, verdienen Unsummen auf dem Rücken der Autoren und Verlage, die davon keinen Cent sehen!
Manche Leser wissen nicht, dass man Ebooks, genau wie Software, nicht weitergeben darf. Weil man da anders als beim Taschenbuch eine Kopie erstellt. Ihr habt dann das Buch und die Freundin und dann ihr Freund und seine Freunde. So verteilen sich Ebooks über USB Sticks in alle Welt und den Autoren entsteht dadurch einen unabsehbarer Schaden. Bitte macht das nicht. Autoren arbeiten Monate bis Jahre an einem Buch. Gönnt ihnen wenigstens den einen Euro, den sie von dem Buchverkauf abbekommen.
Danke!

Ansonsten: Ich verspreche euch weitere Geschichten und gebe alles, dass sie nicht „von der Stange“ sondern was Besonderes sind. <3

Kurz und Knackig
🦉*Mein Leben als Autor ist … das Allerbeste, besser geht es kaum. Absoluter Traumberuf!
🦉*Der erste Satz ist … ein Versprechen an den Leser im besten Fall.
🦉*Ich wollte schon immer mal … weiße Haie füttern.

Vielen lieben Dank für das Interview :)

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