Freitag, 12. Mai 2017

Autoreninterview mit Laini Otis / Cat Dylan

In Rahmen meiner Autorenwoche mit Laini habe ich ihr ein paar
Fragen gestellt. Hier sind ihre Antworten

Hallo liebe Laini, ich freue mich, dass du Zeit hattest für meine Fragen
Dann wollen wir mal loslegen.

1. Vielleicht magst du als erstes ein bisschen über dich erzählen?

*Hm. Ich fange mal damit an: Diese Frage beantworte ich als letzte, obwohl du sie mir als erste gestellt hast  :D
*Ich bin ein sehr introvertierter Typ und tatsächlich stehe ich nicht gerne im Mittelpunkt.

*Ich liebe meine zwei Herzenscrasher (Kinder) über alles und bin verdammt gerne Mutter.

*Ich bin ein absoluter Nachtmensch und finde Mittage ätzend. Deswegen wäre ich dafür weltweit die Siesta einzuführen.

*Ich steh total auf die Peanuts, Kaffee, Musik & wenn ein Kerl gut riecht


*Ich gerate in Panik, wenn mein Eisfach leer ist.

*Ich schaue kein Fernsehen, nur gelegentlich Serien auf dem Laptop.

*Manchmal bin ich so durch den Wind, dass ich meine Kinder mit anderen Namen anspreche.

*Anstatt Small-Talk führen zu müssen, würde ich mir lieber einen Zettel auf die Stirn kleben,
auf dem steht:
Hi. Danke, mir geht’s gut und wie geht’s dir? Ja, das Wetter lässt wirklich zu wünschen übrig.
Bis bald.

*Wenn ich aufgeregt bin, verfalle ich in üblen Dialekt

*Es existiert (leider) kein Filter zwischen meinem Herz/ Kopf  und meinem Mund

*Ich gehe meist ungeschminkt aus dem Haus. Meine Lachfalten haben Jahre gebraucht,
um sich so geschmeidig in mein Gesicht einzugraben – die haben auch einen Auftritt verdient

*Ich glaube fest daran, dass alles was wir aussenden, zu uns zurückkommt

*Ich drehe die Musik lauter auf, als meine Kinder. Verrückt durch die Wohnung tanzen,
tun wir aber alle auf dem gleichen Level

2.Wie entstehen deine Protagonisten? Sind sie immer fiktiv?

Ich bin mir nicht sicher, ob Protagonisten oder andere Charaktere eines Buches immer derart fiktiv sind, wie wir es sagen … den letztlich ist alles, was diese Person ausmacht aus unseren Erfahrungen und Interaktionen mit anderen Menschen entstanden. Vorbildern, Büchern, Filme … In jedem fiktiven Charakter steckt etwas aus der Realität.

Beau aus „Summer of Heartbeats“ ist eine „Fettnäpfchenspringerin“.  Im Feedback hab ich oft gelesen,  dass sich die LeserInnen mit ihr aufgrund dessen identifizieren können.

Und natürlich können sie das!

Weil das vielleicht auch in mir steckt, oder in meiner Freundin oder ich es an anderen beobachtet habe. Der Charakter in meinen Geschichten ist fiktiv. Aber die Eigenarten, Verhaltensmuster, Stärken und Schwächen entstammen der Realität.

Meine Protas entstehen, wie meine Geschichte, durch einen Song. Ich plotte nicht. Ich schreibe nach Gefühl. Ich lerne meine Darsteller alle während des Schreibens kennen und weiß immer erst zum Schluss, wie eine Geschichte endet.

3. Woher nimmst du die Ideen für deine Bücher?


Meine Geschichten beginnen immer mit einem Song. Dabei kommt es nicht zwingend auf den Text an.
Es kann auch einfach nur die Musik sein, die eine Situation in meinem Kopf entstehen lässt.
„Sound of Love“ begann mit dem Lied „Chapel Song“ der Augustines Es handelt von einem Kerl,
der zusehen muss, wie die Liebe seines Lebens einen anderen heiratet.

Dieses Thema ließ mich nicht mehr los und plötzlich war Lee „geboren“.
Manchmal vermischt sich ein Song aber auch mit dem richtigen Leben.


4. Beschreibe dich und deinen Schreibstil doch mal in 3 Wörtern!

Musikalisch. Chaotisch. Authentisch.

5. Wie bist du zum Schreiben gekommen und wann hast du angefangen zu schreiben?

Ich denke mein Weg war ziemlich Oldschool. Zuerst gemalt, was der Fantasie entsprang.
Zur Schule gegangen, schreiben gelernt.

Viel ,viel, viel gelesen, geträumt.

Dann kam das Tagebuch und irgendwann entstanden von Hand die ersten Geschichten,
bis ich eine alte Schreibmaschine geschenkt bekommen hatte.
In einem Retro-Orange.

Meine Finger tun heute noch weh, wenn ich nur daran denke, wie fest ich da in die Tasten hauen musste :D  
Total unspektakulär also … dachte ich immer. Nur jetzt gibt es das Handy, Tablet & Laptops mit T9 Wörterbuch und es erscheint, als wäre mein unspektakulärer Weg zum Schreiben, letztlich ein ganz besonderer. In meiner Kindheit waren wir mehr Live und lebensnah unterwegs und vor allen Dingen auch keine Inselspringer. 

Ich habe Mittage damit „vergeudet“ auf der Wiese zu liegen und zu träumen. Nichts zu tun.
Meine eigene Geschichten gesponnen, anstatt immer auf Achse zu sein oder mir eine Doku-Soap nach der  anderen reinzuziehen …
Zu lesen und zu schreiben begleiten mich also schon mein Leben lang.

Mich getraut meine Leidenschaft zum Beruf zu machen, habe ich aber erst vor zwei Jahren.

6. Wann und Wo schreibst du am Liebsten? 


Ich schreibe in jeder freien Minute. Aufgrund meiner zwei Herzencrasher, verlagert sich meine Schreiberei oft in die Morgen oder Abendstunden. Wobei ich morgens lieber Dinge mache, wie das Lektorat oder Überarbeitungen.

Einfach, weil ich da klarer im Kopf bin (Böse Zungen behaupten ja, dass ich das nie so ganz bin, aber das weise ich strikt von mir :D ) Abends, bzw. nachts kann ich im Gegensatz zu morgens richtig in die Geschichte eintauchen.

Es gibt keine Termine, an die man denken muss. Das Telefon bleibt still, das Haus ist ruhig usw.

Definitiv die beste Zeit für den Flow <3

Ich hoffe ja eines Tage die Frage mit:
Ich schreibe am liebsten auf meiner Veranda mit Blick auf den Kona Beach beantworten zu können
… bis dahin ist es der heimische Schreibtisch oder überall da, wo ich meinen Laptop mitnehmen kann.
7.  Wie lange hast du an deinem allerersten Buch geschrieben?

Hu. Das weiß ich gar nicht mehr. Ich hatte es von Hand geschrieben. Da war ich vielleicht zehn oder elf. 
Es war so eine verklärter Teeny-Roman von einem Jungen in den ich verliebt gewesen war :D
Im Grunde begann meine Schreiberei damit, meine Träume auf Papier zu bannen. Mit blauer Tinte auf weißem Papier festgehalten, weil mir schon damals bewusst gewesen war, dass in einem Buch,  sowie in unseren Träumen alles passieren kann.

Und das ist eine Eigenschaft, die man nie verlieren sollte.
Zu träumen.
Und sich zu trauen, in anderen Welten abzutauchen.

Manchmal ist es nämlich genau das, was einem hilft, sich in der Realität zurechtzufinden.
Tatsächlich sind mir Menschen suspekt, die weder das eine noch das andere zelebrieren ;)
An meinem ersten und wirklich ernstzunehmenden und beendetem Buch, habe ich über ein Jahr geschrieben.

Manche Geschichte brauchen etwas Zeit, um zu reifen. Andere fließen einfach so.
Und natürlich hilft es, viel zu schreiben. Wenn man erstmal zu seinem Stil gefunden hat, wird es leichter.
Deswegen rate ich jedem, der auch schreibt und vielleicht Bedenken hat oder in einer Blockade steckt, gerade dann nicht aufzuhören.

Just do it :D Irgendwann kommt der Flow (zurück). Das tut er immer.

8. Mich würde interessieren warum gerade „Street Love“ eins deiner Herzensbücher ist?

Ich hab neulich geschrieben, dass jedes Buch, das ich in die Welt entlasse,  ein Stück von meinem Herzen enthält.
Auch wenn meine Bücher der Fiktion entspringen, steckt in jeder Geschichte oder in jeder Protagonistin ein Teil von mir. Manchmal ist es vielleicht nur eine Macke, wie z.B. Meg (aus Feentanz) und ihre Liebe zu Ben & Jerrys Eis. Aber manchmal sind es auch Situationen, die ich selbst so ähnlich erfahren habe.

Street Love ist für mich eine Erinnerung daran, immer an seinen Träumen festzuhalten.
Nicht aufzugeben, egal wie schwer das Leben es einem manchmal macht.
Und vor allem niemals zu vergessen, dankbar zu sein. Besonders für die kleinen, unscheinbaren Dinge im Leben.


9. Am 28.04.2017 ist ja der 2te Teil zu deiner Call it Magic Reihe „Feentanz“ erschienen.

Bist du immer noch aufgeregt, wenn eins deiner Bücher erscheint?

Immer. ImmerImmerImmer!

Und das wird auch nie aufhören. Weil eben, wie oben schon angemerkt, in jeder Geschichte ein
Stück meines Herzens steckt. Das heißt, jeder Leser hält mein Herz in seinen Händen.
Und wenn die ersten Rezis, das erste Feedback reinkommt, dann hat das was von Herzstillstand.

Ist die Rezi gut und meine Geschichte wird geliebt, dann tanzt mein Herz.
Ist sie aber schlecht, dann ist es, als würde das Stück Herz zerquetscht werden.
Was ja an sich albern ist … denn man kann ja auch nicht alle lieben.
Und nicht jedem sein Herz schenken.

Trotzdem bleibt da immer eine Spur Enttäuschung zurück. Wie wenn man einen gut findet, aber der
Gegenüber findet einen eben nicht gut und man sich ständig mit der Frage quält: Warum?

10. Jetzt die spannendste Frage : Was dürfen wir noch von dir erwarten? An was arbeitest du grade, damit es neuen Lesestoff für uns Leser gibt?

*Momentan befinde ich mich im Lektorat zu Call it magic 3, das im Juli erscheint.
Die Geschichte handelt von Cary und seiner Love Interest, die ich an dieser Stelle nicht verraten will,
evtl. dem Leser aber schon bekannt ist, sollte er beide Bände gelesen haben  ;)

*Dann arbeite ich parallel an einem Geheimprojekt (einem Contemporary Romance), das ich mit meinen wunderbaren Autorenkolleginnen Romina Gold, Ewa A. und Annie J. Dean vorrausichtlich im Sommer veröffentlichen werde.

*Call it magic 4 werde ich demnächst beginnen zu schreiben, damit der Band noch dieses Jahr erscheinen kann.

*Und danach widme ich mich ebenfalls einem Contemporary Romance mit nachdenklichem Hintergrund.
Dieser wird allerdings erst nächstes Jahr bei Droemer Knaur erscheinen.
Das ist das, was offiziell für dieses Jahr geplant ist. Mal sehen, ob noch etwas inoffizielles dazu kommt ;)

11. Möchtest du deinen/meinen Lesern noch was sagen?

Danke für euren Support! Für euer Feedback und dafür, dass ihr meine Geschichten auf legalem Weg ein Zuhause schenkt ;D

Genießt den Moment und die kleinen Dingen.
Seid lieb zueinander und vor allem immer authentisch.

Und esst Eiscreme.
Viel davon.
Sie kann heilen.
Ehrlich ;)


Vielen Dank für das tolle Interview meine liebe Laini

Ein liebes Mahalo an dich <3 Es war mir ein Vergnügen dir Rede und Antwort zu stehen

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